Sentimental Journey
Sehr früh steigt man ein, in dieses Auto. Es ist ganz neu und hat noch diesen besonderen Geruch. Es ist groß und gemütlich und sicher, hat alles was man sich nur wünschen kann, wird man alle diese Knöpfe überhaupt jemals begreifen? Die Fahrt beginnt, unbesorgt ans Meer, ins Blaue, was kann und soll schon passieren? Worüber sich Gedanken machen? Man fährt unter einem guten Stern. Überall sind Kreuzungen, Abzweigungen, große und kleine Straßen, hie und da wird ein sehr kleiner Feldweg benutzt. Man fährt und fährt, eigentlich ohne Ziel, willkürlich. Frei?
Das Verdeck mal offen, mal geschlossen. Mit lauter oder leiser Musik. Oft alleine, selten zu zweit. Die seltenen Fahrten waren am schönsten. Im Rückspiegel bleibt letztlich aber immer nur ein Winken oder ein Rücken, und manchmal kann man es auch gar nicht genau erkennen, weil der Blick ganz verschwommen und verklärend ist. Manchmal, der Gedanke zu wenden, zurückzufahren, dann, wenn nur noch ein kleiner Punkt im Rückspiegel zusehen ist. Ja, zurückfahren.
Doch ein Wendemanöver? Hier? Die durchgezogene Linie ist unwichtig, Aufwendigkeit? Weiter auf´s Gaspedal, schneller, rauschhaft. Neue Straßen, Städte, doch eigentlich sieht man immer noch nichts Wirkliches vor lauter Verschwommenheit. Je länger die Fahrt dauert, desto weniger Abzweigungen und Kreuzungen erblickt man, wunderlich, irritierend, beängstigend, mitunter. Warum hat dieses es-kann-Dir-nichts-passieren-Auto – eigentlich kein Navigationssystem? Es wäre derart nützlich gewesen, mir. Zweifel.
Der Weg irgendwohin zurück, wo es sehr schön war, ist nicht mal im Ansatz nachzuvollziehen. Lediglich ein Bild des Ortes, nicht des Weges ist vorhanden im Kopf, und das ist schon schön-schlimm genug.
Ich stand in dunkeln Träumen
Und starrte ihr Bildnis an,
Und das geliebte Antlitz
Heimlich zu leben begann.
Die Fotografien fliegen bei hoher Fahrt hinaus, die digitale Kamera gleich hinterher. Schadenseingrenzung. „Der Weg ist das Ziel“, höre ich von nirgendwo. Vielen Dank.
Der Weg führt jetzt immer gerade aus, eine große elegante Allee, gesäumt von sagenvollen Bäumen. Schön und langweilig. Das Tempo erhöhen, schneller. Schneller auch die Augenblicke in denen man die Augen schließt, ob der Wagen die Spur hält oder etwas abweicht? Es reizt, Abwechslung, alles hausgemacht. Am Tage sieht man die Straße bis zum Horizont reichen, wie ein lang gestreckter Arm. Die Hoffnung auf die nächste Kreuzung bleibt, der Glaube auch. Hätte man doch länger verweilt am letzten Ort, im schönsten Augenblick. Ruhelosigkeit nach mehr. Völlig eingefahren. Auch eine Mauer am Ende dieser Straße, irgendwo, irgendwann, wird durchbrochen. Endlich ein Ziel.
Ich hab dich geliebet und liebe dich noch!
Und fiele die Welt zusammen,
Aus ihren Trümmern stiegen doch
Hervor meiner Liebe Flammen
Das Verdeck mal offen, mal geschlossen. Mit lauter oder leiser Musik. Oft alleine, selten zu zweit. Die seltenen Fahrten waren am schönsten. Im Rückspiegel bleibt letztlich aber immer nur ein Winken oder ein Rücken, und manchmal kann man es auch gar nicht genau erkennen, weil der Blick ganz verschwommen und verklärend ist. Manchmal, der Gedanke zu wenden, zurückzufahren, dann, wenn nur noch ein kleiner Punkt im Rückspiegel zusehen ist. Ja, zurückfahren.
Doch ein Wendemanöver? Hier? Die durchgezogene Linie ist unwichtig, Aufwendigkeit? Weiter auf´s Gaspedal, schneller, rauschhaft. Neue Straßen, Städte, doch eigentlich sieht man immer noch nichts Wirkliches vor lauter Verschwommenheit. Je länger die Fahrt dauert, desto weniger Abzweigungen und Kreuzungen erblickt man, wunderlich, irritierend, beängstigend, mitunter. Warum hat dieses es-kann-Dir-nichts-passieren-Auto – eigentlich kein Navigationssystem? Es wäre derart nützlich gewesen, mir. Zweifel.
Der Weg irgendwohin zurück, wo es sehr schön war, ist nicht mal im Ansatz nachzuvollziehen. Lediglich ein Bild des Ortes, nicht des Weges ist vorhanden im Kopf, und das ist schon schön-schlimm genug.
Ich stand in dunkeln Träumen
Und starrte ihr Bildnis an,
Und das geliebte Antlitz
Heimlich zu leben begann.
Die Fotografien fliegen bei hoher Fahrt hinaus, die digitale Kamera gleich hinterher. Schadenseingrenzung. „Der Weg ist das Ziel“, höre ich von nirgendwo. Vielen Dank.
Der Weg führt jetzt immer gerade aus, eine große elegante Allee, gesäumt von sagenvollen Bäumen. Schön und langweilig. Das Tempo erhöhen, schneller. Schneller auch die Augenblicke in denen man die Augen schließt, ob der Wagen die Spur hält oder etwas abweicht? Es reizt, Abwechslung, alles hausgemacht. Am Tage sieht man die Straße bis zum Horizont reichen, wie ein lang gestreckter Arm. Die Hoffnung auf die nächste Kreuzung bleibt, der Glaube auch. Hätte man doch länger verweilt am letzten Ort, im schönsten Augenblick. Ruhelosigkeit nach mehr. Völlig eingefahren. Auch eine Mauer am Ende dieser Straße, irgendwo, irgendwann, wird durchbrochen. Endlich ein Ziel.
Ich hab dich geliebet und liebe dich noch!
Und fiele die Welt zusammen,
Aus ihren Trümmern stiegen doch
Hervor meiner Liebe Flammen
Bunbury - 29. Sep, 17:05