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    <title>Erkenntnis</title>
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    <description>Anscheinend gibt es tatsächlich Menschen, die sich über jeden Scheiß freuen können.&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;400&quot; alt=&quot;Sch&quot; width=&quot;400&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Bunbury/images/Sch.jpg&quot; /&gt;</description>
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    <title>Selbstbetrachtung</title>
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    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;261&quot; alt=&quot;jG&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Bunbury/images/jG.jpg&quot; /&gt;</description>
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    <title>Ich schlage die Augen auf und warte,</title>
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    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;dass die Sonne aufgeht...dass der Wecker klingelt...dass Zahnpasta aus der Tube kommt... dass der Kaffee durchgelaufen ist...dass das Wasser in der Dusche heiß wird...dass ich komme...dass die Post kommt...dass das Telefon klingelt...dass jemand meinen Anruf abnimmt...dass es endlich aufhört zu regnen...dass meine Kopfschmerzen aufhören...dass eine zweite Kasse aufmacht...dass das Wasser kocht...dass die Nudeln al dente sind...dass mein Stuhl fester wird...dass die Bananen anschlagen...dass heute Abend noch was passiert...dass meine Verabredung kommt...dass der Film anfängt...dass der Film aufhört...dass die Bedienung mir Bier bringt...dass die Schlange vor dem Club kleiner wird...dass ich mir im Club Bier bestellen kann...dass Musik zum tanzen gespielt wird...dass heute Nacht noch was passiert...dass mir nicht mehr so schlecht ist...dass ein Kurzstreckentaxi hält...dass das Taxi Zuhause eintrifft...dass Zahnpasta aus der Tube kommt...  bis ich schlafen kann.&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>Bunbury</dc:creator>
    
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    <dc:date>2006-08-23T22:19:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://bunbury.twoday.net/stories/2560690/">
    <title>Bonn oder Berlin?</title>
    <link>http://bunbury.twoday.net/stories/2560690/</link>
    <description>Wohin mit dem Parlaments- und Regierungssitz? &lt;a href=&quot;http://www.bundestag.de/bau_kunst/berlin/debatte/index.html&quot;&gt;War am 20. Juni 1991 die große Frage&lt;/a&gt;: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...Laßt dem kleinen Bonn Parlament und Regierung! Bonn verliert mit Bundestag und Regierung viel. Berlin gewinnt mit Bundestag und Regierung viele neue Probleme: Wohnungsprobleme, Raumordnungsprobleme, Infrastrukturprobleme...Ersparen wir Berlin den Weg in die Megastadt! Sechs Millionen Einwohner &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Einwohnerentwicklung_Berlin_1989_bis_2005.png&quot;&gt;rechnen heute schon Fachleute in wenigen Jahren für Berlin&lt;/a&gt; aus. Das ist ein Drittel der Bevölkerung der ehemaligen DDR. Berlin wird in zehn Jahren mehr Einwohner haben als Hamburg, München und Köln zusammen. Zwei Millionen Beschäftigte mehr erwartet die Industrie- und Handelskammer Berlin in den nächsten 20 Jahren. Schon spricht man mit neuem Selbstbewusstsein von der größten Industriestadt in Berlin zwischen Atlantik und Ural. (Norbert Blüm, CDU/CSU)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Berlin ist zum jetzigen Zeitpunkt die Stadt in Deutschland mit den größten Spannungen . Wird Berlin noch größer - sagen wir: eine Fünfmillionenstadt -, so sind die sozialen Probleme nie mehr in den Griff zu bekommen. Die Preise in Berlin, z.B. die Grundstückspreise, würden auf Höhen schnellen, die denen von London, Paris oder Tokio ähneln. Auch dies führt - neben anderem  - zu sozialen Problemen. &lt;br /&gt;
...die Liste von Sachargumenten ließe sich weit über meine Redezeit hinweg fortsetzen. (Dr. Sigrid Semper, FDP)  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muss vermieden werden, dass Berlin zu einem Moloch wie Rom, Paris oder Tokio wird.(Klaus Brähmig, CDU/CSU)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Berlin würde ähnlich wie in den zwanziger Jahren eine Stadt, die für Reiche lebenswert, für den kleinen Mann aber unerschwinglich würde. Aus dem nur 60 km entfernten Polen müssten Hunderttausende angeworben werden, um einfache Dienstleistungsfunktionen aufrechterhalten zu können.&quot; (Dr. Günther Müller, CDU/CSU) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fast alle Frauen, die mir ihre Meinung sagten oder schrieben, wollen Bonn und lehnen die hohen Umzugskosten ab, weil sie der Dritten Welt, den Familien, den Notleidenden verloren gehen...Jugend plädiert für Einigkeit durch Vielfalt und mag kein Hipp-Hipp-Hurra. Die regionale Vielfalt in Deutschland ist ihnen mehr wert als eine große Metropole, die alle anderen Städte und Regionen zweitklassig machen würde. &lt;br /&gt;
Ich sehe mich dabei bestätigt durch die vorherrschende Meinung der Frauen und besonders der Jugend. (Helmut Rode, CDU/CSU)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haben Sie auch einmal daran gedacht, was die Menschen in der Dritten Welt - die sich ehrlich mit uns gefreut haben über die Vereinigung Deutschlands - dabei empfinden würden, wenn wir einen fast komplett ausgebauten und funktionsfähigen Sitz von Regierung und Parlament stehen und liegen ließen, um für viele Milliarden das gleiche woanders zu errichten? (Hans Klein, CDU/CSU)

...</description>
    <dc:creator>Bunbury</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Bunbury</dc:rights>
    <dc:date>2006-08-21T22:53:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://bunbury.twoday.net/stories/2397084/">
    <title>Sympathy for the Devil</title>
    <link>http://bunbury.twoday.net/stories/2397084/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Irgendetwas tat sich dort vorne. Ein paar Gestalten huschten hinter dem Bühnenaufgang herum. Irgendein Typ hielt eine Gitarre an ihrem Gurt bereit, so dass man nur noch hineinschlüpfen musste. Dieses seltsame Gefühl, das ich nicht weiter beschreiben werde, aber immer Großartiges ankündigt, verstärkte sich und verschaffte mir eine Gänsehaut. Die Menge klatschte und jubelte, als plötzlich ein großer metallener Schlangenkopf Flammen ausspuckte, und sich Fackeln kurz zu einer Feuerwand am Rande der Bühne vereinigten. If you start me up, schrie jemand, der in einem langen roten Mantel aus den Rauchschwaden erschien. Die mir vor Beginn des Konzertes noch überproportional erscheinende Bühne bot dem Sänger tatsächlich gerade mal genug Auslauf. Er sprang, rannte, erkundete jeden Zentimeter der riesengroßen Bühne. Diese unglaubliche Energie - mehr als nur Attitüde, es war ernst, war Lebenselixier, übertrug sich auf das Publikum, und ich war fassungslos begeistert. Nach viel zu kurzer Zeit verschwand dieses Ereignis, wie es gekommen war: Im Rauch eines abschließenden Feuerwerkes, die Euphorie blieb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Abitur lag noch Jahre entfernt, als ich zum ersten Mal 1989 diese Band live spielen sah. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur widerstrebend ließ mich mein Vater überhaupt zu diesem Konzert: Was, die spielen noch? Geh´da bloß nicht hin! Da sind immer ganz komische Leute auf diesen Rockkonzerten. Lass Dir keine Drogen andrehen. Der Sänger von der Gruppe ist übrigens sehr seltsam. Zieht immer ganz komische Klamotten an und steckt sich das Mikrofon vorne in die Hose, erklärte mein Vater, der früher die Beatles gehört hatte und Platten jener Herren aus Überzeugung vermied. Mein Vater erzählte von seiner Jugend, von seiner Musik, während er seinen Sohn mit dem Auto zu jener Band brachte, die seine Generation in jungen Jahren nicht unwesentlich beeinflusst hat. Und schließlich sogar seinen Sohn noch aus seiner musikalischen Apathie erwecken konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleich am nächsten Tag rannte ich los, kaufte mir eine Handvoll Schallplatten, um alle Lieder des Abends noch einmal hören zu können. Na da hast´e die ja noch mal gesehen, sagte der Plattenverkäufer zu mir. Die kommen bestimmt nicht wieder, so zittrig, wie Keith Richards die Gitarre gehalten hat. Zu Hause drehte ich die Anlage meines Vaters auf und hörte meine frisch erworbenen neuen alten Platten. Dazu schnappte ich mir ein Mikrofon und spielte das Konzert nach. Machte diese Gesten, tobte durch das Wohnzimmer, bis ich mich völlig erschöpft auf dem Boden niederließ. Ich hatte nicht mal die Hälfte des Konzertes geschafft. Mick Jagger, der so alt wie mein Vater ist, hatte offensichtlich wesentlich mehr Kondition als wir beide zusammen. Ich besorgte mir Artikel, Bücher und verfolgte musikalisch jeden Namen, den ich im Zusammenhang mit den Rolling Stones irgendwann, irgendwie vernahm. So fand ich Jimi Hendrix, Iggy Pop, David Bowie, Lou Reed, The Clash und begann Musik als ständigen Begleiter zu instrumentalisieren. Als Freund, als Schwert, als Argument und als Straße für Träume. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siebzehn Jahre sind seitdem vergangen, und sie sind doch wiedergekommen. Zum fünften Mal werde ich sie am kommenden Freitag sehen. Hier in Berlin, die Glimmer Twins. Zu ihrem A Bigger Bang im Olympiastadion. Gerne würde ich sie in einem kleinen Club auftreten sehen, was sie während ihrer Touren ja immer wieder tun. Ich bin bis heute nicht dahintergekommen, wie an solche Karten ranzukommen ist. Allerdings macht es auch keinen großen Unterschied. In diesen siebzehn Jahren ist zwar unglaublich viel passiert, doch Jagger wird das tun, was er immer tut, so oder so. Er ist immer noch so alt wie mein Vater und unsere Fitness wird der Jagger&apos;schen immer noch um Jahre hinterher hinken. Das Konzert wird wieder eine Steigerung des bisher Dagewesenen sein, und am Ende wird der Rauch durch das Stadion wehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum machen sie das? Weil sie es können, und es sonst kein anderer machen kann? Weil Jagger sehen möchte, wie wohl eine Milliarde auf seinem Kontoauszug aussehen mag? Weil sie einfach Spaß dabei haben und sich sonst langweilen würden? Weil sie sich auf der Bühne wirklich jung fühlen und das unvermeidliche Ende verdrängen können? Weil wir wissen  wollen, wie lange wir diesen Zirkus noch treiben können?, wie es Keith Richards mal ausdrückte? Weil die Suche nach Befriedigung immer noch nicht zu Ende ist? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
God Gave Me Everything I Want, rockt Jagger auf einem seiner Soloalben, und vielleicht tut er auch nur einfach das, was er immer gewollt hat. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>Bunbury</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Bunbury</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-20T12:14:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://bunbury.twoday.net/stories/2295249/">
    <title>Freizeitstress</title>
    <link>http://bunbury.twoday.net/stories/2295249/</link>
    <description>Hi Bunbury, komm rein. Darf ich Dir was zu trinken anbieten?, fragte mich Yuppy R, als er mich in seiner 140 Quadratmeter Wohnung am Kollwitzplatz empfing. &lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;400&quot; alt=&quot;herausforderung&quot; width=&quot;274&quot; align=&quot;right&quot; class=&quot;right&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Bunbury/images/herausforderung.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, gerne, einfach ´n Glas Wasser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hm, wie wäre es stattdessen mit einem Cocktail? Ich habe die Bar gerade aufgeräumt und umsortiert. Ein paar von den Flaschen müssen jetzt wirklich mal weg. Im Grunde kann ich das Zeug nicht mehr sehen.&quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist doch nicht wahr.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch, steht alles da hinten auf dem Tisch. Das ganze Zeug in den Ausguss zu kippen täte mir aber auch leid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oha, sieht nach Arbeit aus. Das dürfte eine mühsame Aufgabe werden, eine Herausforderung geradezu, was?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tja, im Leben wird einem nun mal nichts geschenkt. Und, hast Du morgen was vor?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nee, Du?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blöde Frage, also?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gin Tonic.</description>
    <dc:creator>Bunbury</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Bunbury</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-05T18:00:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://bunbury.twoday.net/stories/2282437/">
    <title>Durchzug</title>
    <link>http://bunbury.twoday.net/stories/2282437/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Letzte Woche hatte ich die Maler bei mir. Der Eigentümer war leider zu der Auffassung gekommen, dass die Fenster einen neuen Anstrich benötigen. Ich fand das schade, da der original Lack dieses Jahrhundertwende Hauses einen gewissen morbiden und ansprechenden Altbaucharme in mir auslöste.  Die ursprüngliche Farbe war zwar nur sehr vereinzelt und recht spärlich an den sonst abgeplatzten Holzrahmen vorzufindenden, aber immerhin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pünktlich um 8.00 kamen die Maler in meine Wohnung und inspizierten die ihnen gestellte Aufgabe. Scheiße, die Dinger sind ja völlig im Arsch. Das wird heut´ nix mehr, und zu mir gewandt: Also, das tut uns leid, aber da müssen wa morgen noch´ ma ´nen  Termin ausmachen. Wir müssen die Fenster aushängen, schmirgeln und noch ´ma rüber. Ham´ se morgen Zeit, wieder so um achte? Na, klar!, was blieb mir auch anderes übrig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann ich mal ihr Klo benutzen?, fragte einer der Beiden. Sicher, dabei überlegte ich, ob es wohl tatsächlich Menschen gibt, die Handwerkern die Benutzung der Sanitäranlagen versagen. Nee Jungs, sorry, habe ich nicht so gern. Aber fragt doch gegenüber, mein Nachbar ist eigentlich ein ganz netter Typ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Maler machte sich auf. Dauert aber ´nen bisschen länger, erläuterte er halb fragend und schaute mich an, ob ich nicht doch noch Einwände hätte. Ist schon gut, erwiderte ich und hoffte, von weiteren Informationen verschont zu bleiben. Kann ich auf Ihrem Klo rauchen, ich schaute zur Tür und sah nur den Kopf des Malers, der sich sichtlich über eine bejahende Antwort freuen würde. Mein Ist mir egal, lies ihn im Badezimmer verschwinden. Ey, das ist ja geil, die Wände total verkorkt, scholl es durch die geschlossene Tür, danach war Ruhe. Nur der ätzende Qualm eines Zigarillos verteilte sich gleichmäßig in der Wohnung. Zigarilloqualm morgens um 8.20 ist natürlich hart. Zigarette geht ja noch aber Zigarillos? Eine Zigarette ja, einen Zigarillo nein, wäre hier die richtige Antwort gewesen. Der Qualm blieb dafür aber nicht besonders lange, weil der Kollege damit beschäftigt war sämtliche Fenster auszuhängen und auf dem Flur zu stapeln. Mich interessierte dabei besonders, wie es den Jungs möglich sein würde die ganzen doppelverglasten Fenster, ohne nähere Kennzeichnung, wieder an der richtigen Stelle einzuhängen. Ich hatte das schon mal erlebt und die damaligen Veranstalter hatte Aufkleber angebracht, auf denen Floskeln wie außen Links, innen Links, oben außen rechts standen. Das ganze hier würde wahrscheinlich auf ein Trial and Error hinauslaufen. Gegen neun waren tatsächlich alle Fenster ausgehängt. Als der Kollege von der Toilette kam, war der auch überrascht und lobte seinen Kumpel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf´m Klo is´ erstma´ Sperrzone, sagte der zu mir, aber sicher nicht lange, ich häng´ noch schnell das Fenster aus, hier is ja ganz gut Durchzug. Da ham´se aber Glück, dass jetzt so schönes Wetter is, wa?! Bei den ganzen offenen Fenstern. Wir machen dann jetzt auch ma´ kurz Frühstück, ne, und sind inner halben Stunde wieder da.          &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sind Sie Freiberufler?, versuchte der Gesprächige von den Beiden wieder einen kleinen Plausch aufzunehmen, nach dem sie nach einer Stunde Frühstück wieder bei mir erschienen. Nein, meine Antwort schien ihm schon zu reichen. Wenn ich das Haus hier fertig habe, dann hör ich auf, habe die Schnauze voll. Seit einem halben Jahr streiche ich nur Fenster, das ist ein Scheiß. Wenn mal ´ne Wand zwischendurch dabei wäre, aber immer nur Fenster. Der letzte Scheiß. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schönen Verstärker haben Sie da, ich bin ziemlich Technik interessiert, fuhr der Maler fort. Schon ein älteres Modell, aber gut. Wie viel Watt hatten der? Handwerker im Haus kann manchmal wirklich anstrengend sein. Keine Ahnung, sagte ich, weil ich keine Ahnung hatte. Na, Watt ist auch nicht wichtig. Totaler Quatsch. Wichtig sind die Frequenzen, Sinus und so. Und Boxen sind wichtig, da brauchen Sie bis acht Ohm, alles andere ist Mist. Habe für meine Tochter gerade Boxen gekauft. Bei Ebay. Da gibt´s tolle Sachen. So richtig High End, 12.000 DM, haben die Teile mal gekostet. Hab´ ich 1200,- Euro für gezahlt. Das wummst richtig. Die besten Boxen wurden in den Siebzigern gebaut. Für ihren Verstärker bekommen Sie aber nicht mehr viel. Haste doch in `ner Mietwohnung überhaupt nix von, schaltete sich zum ersten mal der andere Kollege in das Gespräch ein, kannste doch überhaupt nicht nutzen, da haste doch gleich die Nachbarn an´ner  Backe. Der Kollege überging den Einwand und richtete sein Interesse wieder auf meinen Verstärker. Wollen ´se den nicht verkaufen? - Aber dann habe ich ja keinen mehr. Dann kaufen Sie sich bei Ebay einen neuen, da gibt es wirklich gute Teile. Ich finde meinen Verstärker ganz gut und werde ihn behalten, stellte ich fest. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haben Sie andere Elektrosachen, die `se vakoofn wolln? &lt;br /&gt;
Nein! Da habe ich auch jetzt überhaupt keine Zeit für, ich ziehe nächste Woche um und muss den ganzen Kram in den nächsten Tagen in eine andere Wohnung bringen. Erstmal die ganzen Elektrosachen, da werde ich doch vor dem Umzug keine neuen kaufen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gefällt Ihnen nicht mehr hier am Prenzlauer Berg? &lt;br /&gt;
Doch, ich bleibe auch hier, nur ein paar Straßen weiter. &lt;br /&gt;
Wohin? &lt;br /&gt;
Ach, hier die Straße runter.&lt;br /&gt;
Ach so.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gesprächige widmete sich den Fensterrahmen als er zum nächsten Themenbereich überging. Sind geile Weiber hier, wa? Also Frauen, sach ich jetzt ma´. &lt;br /&gt;
Ja, hier sind schon sehr viele auffallend hübsch, pflichtete ich bei. &lt;br /&gt;
Hier ist eben eine vorbei gelaufen, Wahnsinn. Von hier oben habe ich aber auch einen geilen Blick, so von hier oben runter. Da kann man ganz schön was sehen. Das ist schon ´ne andere Ecke hier. Die ziehen sich schon anders an. Da habe ich einen ganz anderen Stil, so von den Klamotten her. Ich glaube, dass würde nicht passen, aber geil sind die ja schon. Wie macht man das?&lt;br /&gt;
Was?&lt;br /&gt;
Na, mit den Frauen hier? Einfach anquatschen? &lt;br /&gt;
Wäre sicher ´ne Möglichkeit. Ich wünschte es gäbe ein Patentrezept.&lt;br /&gt;
Patentrezept?&lt;br /&gt;
Patentrezept! &lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>Bunbury</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Bunbury</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-03T16:52:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://bunbury.twoday.net/stories/2162936/">
    <title>Duck and Cover!</title>
    <link>http://bunbury.twoday.net/stories/2162936/</link>
    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;309&quot; alt=&quot;duck-and-cover&quot; width=&quot;400&quot; align=&quot;left&quot; class=&quot;left&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Bunbury/images/duck-and-cover.png&quot; /&gt;Heißt der ganz unglaubliche Zivilverteidigungsfilm von 1951, der der amerikanischen Bevölkerung hilfreiche Maßnahmen im Falle einer Atombombenexplosion anschaulich erläutert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Sundays, Holidays, Vacation Time - anytime - we must always be ready for the atom bomb. We must do the right thing when the atom bomb goes off....DUCK and COVER!&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unbedingt &lt;a href=&quot;http://www.archive.org/details/DuckandC1951&quot;&gt;anschauen!&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>Bunbury</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Bunbury</dc:rights>
    <dc:date>2006-06-13T06:18:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://bunbury.twoday.net/stories/2123518/">
    <title>Wellnessparks</title>
    <link>http://bunbury.twoday.net/stories/2123518/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Wenn man seine Stadt und sein vertrautes Umfeld verlässt, um einer Einladung von Bekannten zu folgen, die früher vielleicht einmal Freunde hätten werden können, dann ist es doch immer wieder erstaunlich zu bemerken, wie entrückt und abwegig sich manche ehemaligen Wegbegleiter entwickelt haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur gleichen Zeit, zu der Berliner Berufsjugendliche den Abend starten, indem sie die ersten Bars besetzen oder immer noch auf dem Rasen des Helmholtzplatzes lümmeln, saß ich im Anzug mit Krawatte - denn um Abendgarderobe war gebeten - an einer wirklich sehr schön gedeckten Tafel. Es war ein seltsames Gefühl, irrational, fremd und absurd. Die Gedanken schweiften in die Vergangenheit, und ich sah mich wiederum zehnjährig hier sitzen, zwischen all den Stimmen, den vielen Gläsern. Mit Augen, die Leute in Anzügen wahrnahmen, die sich allzu ernsthaft unterhielten, über Steuern, Benzinpreise, Subventionsabbau, Einbauküchen, private Altersvorsorge, Heiraten. Diese Zeit, als wir begannen, an der Tafel bei den Erwachsenen zu sitzen und nicht mehr am Kindertisch Platz nehmen mussten oder besser durften: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pendlerpauschale..., setzte der mir schräg Gegenübersitzende an. Sein ganzes &lt;i&gt;Ich - Erklär - Die - Politik - Gewäsch &lt;/i&gt;hatte ich schon letzten Montag im Spiegel gelesen. Die wandelnde Inhaltsangabe des Politikteils wandte sich im Anschluss der Reichensteuer zu. Der Weißwein schmeckte vorzüglich und war genau richtig temperiert. Nur ein Tropfen auf den heißen Stein..., klar, der durfte jetzt natürlich nicht fehlen und passte so oder so. - Wenn ich ab dem nächsten Jahr 250.000 Euro verdiente, dann wäre ich sogar bereit 6 Prozent mehr Steuern zu zahlen. Ehrlich, da hätte ich kein Problem mit, warf ich dazwischen. Allgemeines Unverständnis; meine Gesprächsbereitschaft war erstmal gedeckt. Immerhin ein wirklich guter Weißwein, bei wärmeren Temperaturen gibt es gegen einen sorgfältig gekühlten Weißwein praktisch nichts einzuwenden. Und da wird in manchen Kreisen behauptet Berlin würde zu übermäßigem Alkoholkonsum verführen, dabei sind diese Art der Zusammenkünfte um ein vielfaches gefährlicher, hier, wo die Welt doch in Ordnung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr da, in Berlin..., ich war gemeint, mit einem Augenzwinkern wurde ich als der Berliner betitelt.  Ich könnte nicht in Berlin wohnen, die Stadt ist mir einfach zu groß, sagte die Frau eines Gastes. Dann ist es ja gut für dich, dass du nicht in Berlin wohnst, sagte ich und nippte weiter an meinem Weinglas, ließ den Blick durch die Wohnung schweifen und beschäftigte sich mit der Frage, in wie vielen deutschen Wohnzimmern wohl die blauen Pferde von Franz Marc hängen mögen. Wenn ich an Berlin denke, muss ich an die Subventionierung der Theater... völlig vorbei am Publikum..., der Kerl war einfach nicht zu stoppen und redete hier an einem Abend wahrscheinlich mehr über Geld als Josef Ackermann bei der Hauptversammlung der Deutschen Bank. Was Du alles weißt!, sollte die Verlobte später leise im Flur zu dem Politikreferenten sagen, an der Garderobe, beim Gehen, nicht ohne Stolz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich stellte mir vor, wie die anbetungswürdige Kathrin Angerer samt der weiteren Castorfschen Volksbühnenentourage, dem Schwätzer - völlig am Publikum vorbei - die Leviten lesen würde. Laut, aggressiv und schmutzig.        &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Frau und ich würden sich der einsetzenden Aufbruchstimmung gerne anschließen, sagte ein Gast, als sich erster Besucher zum Aufbruch aufmachte.  Es ist schon spät und wir wollen den Sonntag morgen noch genießen. Aber wenn es am schönsten ist... Ich staunte und beschloss, diesen Satz in &lt;a href=&quot;http://bunbury.twoday.net&quot;&gt;meinem Blog&lt;/a&gt; zu verewigen. Zum Glück war der Arsch ein Mann der Tat und ließ der vortrefflichen Formulierung Entsprechendes sehr zeitnah folgen. Schön, das es noch Menschen gibt, die zu ihren Ankündigungen stehen. Was machst Du eigentlich, wurde ich schließlich gefragt und ich entschloss mich, das bis dato geheime Projekt auf den Tisch zu knallen. Ich begann zu erzählen, ich erzählte von der großartigen Vision einer unglaublich coolen und durchgestylten Einlaufanstalt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst in Charlottenburg, jetzt, da das Goya vielleicht zu mieten sei. Düsseldorf und München sollten folgen. Schließlich mit Filialen in der ganzen Welt, ähnlich wie Starbucks oder Gucci. Im Grunde soll eine Art Wellnespark entstehen. Völlige Entschlackung und das befreiende, jungbrunnenhafte  Gefühl. Die Wiedergeburt eines jeden Ichs. Verschiedene Essenzen, die individuell durch Typberatung, Sternenkonstellationen und Auspendelei abgestimmt werden, würden dies ermöglichen. Die Finanzierung sei noch nicht abschließend geklärt, aber man stünde in Verhandlung mit einer Berliner Bank. Und es wird T-Shirts, Poster und kleine Sets zum Selbermachen für zu Hause geben und noch viele andere schönen Dinge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch hier auf dem Land waren die Menschen anscheinend noch nicht bereit für meine Visionen und schüttelten nur ihre hohlen Köpfe. So eilte ich zurück in die Hauptstadt, in der einfach größeres Verständnis und Offenheit für kreative Ideen herrscht.&lt;/p&gt;</description>
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    <title>Eine kleine Katastrophe</title>
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    <description>zwang und zwingt mich hier zu einer kleinen Ruhepause. Anfang Juni habe ich dann wieder mehr Zeit.</description>
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    <title>11.30 Uhr Berlin Kollwitzmarkt und das Haar sitzt</title>
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    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Wenn die Freitagnacht gut überstanden ist, und der Körper im Einklang mit der Welt steht, die Sonne scheint, und der neue Tag lockt, dann ist es durchaus eine gute Idee, am Sonnabendmorgen auf den Kollwitzmarkt zu gehen. Fünf Minuten sind es zu dieser Begegnungsstätte, die bedauerlicherweise mit Erfolg in jedem Touristenführer erwähnt wird. Locker und entspannt sollten Sie sein, wenn Sie sich auf diesen Markt begeben, so halte ich es zumindest, und lebe sehr gut mit dieser Devise, und im Zweifel bleibe ich zu Hause.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst geht es los mit einem Kaffee auf die Hand, am Ende der Husemannstraße, das mache ich hier immer so. Voll ist es wieder, die Massen schieben sich durch die Gänge, ein grauenhaftes Gedränge an den Ständen. Diese vielen Kinder hier, die bescheuerten Eltern da, die ihren Kindern erlauben, den Kinderwagen selbst zu schieben. Ihre Kinder können kaum laufen und lernen ihre ersten selbständigen Schritte hier auf dem Markt. Versperren den ganzen Weg und bewegen sich plärrend mit 0,04 km/h fort. Die Kinder, die schon halbwegs vernünftig laufen können, finden ihre Herausforderung, indem sie mit dem Fahrrad kommen. Einige haben Stützräder oder diese Holzräder, auf denen mit den Füßen Schwung geholt wird. Im Zick-Zack-Kurs geht es über den Markt, ganz egal wohin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach, ist das schön hier, wenn ich nicht so locker und entspannt wäre, dann hätte ich jetzt schon wieder die Nase voll. Aber so freue ich mich über die vielen Kinderlein, die unser Land doch so dringend braucht. Freue mich an den vielen strahlenden Familien, weil sie sich freuen, weil es ihnen gut geht. Na, du, sage ich zu meinem kleinen zukünftigen Rentenzahler, als er mir mit seinem blöden Fahrrad mit Schmackes in die Hacken kracht. Strahle ihn an, und er strahlt mich an und seine hübsche Mutter entschuldigt sich für ihn und strahlt mich ebenfalls an. Und für dieses bezaubernde Strahlen der Mutter darf der Kleine als Zugabe glatt noch über meine Zehen fahren. Angesichts der ganzen strahlenden Menschen versuche ich mir eine witzige Geschichte einfallen zu lassen, in der das Wort Tschernobyl ganz unverfänglich klingt, aber es gelingt mir nicht und so lasse ich es sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich trifft die entzückende M. ein und verlangt ebenfalls nach einem Kaffee, ohne dabei aber zu vergessen, auf ihren unmäßigen Appetit aufmerksam zu machen. Fehlt nur noch die C., die zum Glück nur wenige Minuten später erscheint und der Futterzufuhr der ungeduldigen M. nun nichts mehr im Weg steht, mal abgesehen von den Aberdutzenden anderen Marktbesuchern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die C. erscheint mit ihrer neuen Sonnenbrille, sehr Siebziger, sehr große Gläser, sehr schick, sehr cool. Du siehst ja wieder super aus, säusele ich ihr bei unserer Begrüßung ins rechte und linke Ohr. Dabei wird mir bewusst, dass ich gar keine Sonnenbrille habe, und ich mich deswegen eigentlich scheiße fühlen müsste, wenn ich heute nicht so locker und entspannt wäre. Weißwürste!, die M. einigt uns auf Weißwürste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, Weißwürste. Nur wenige Meter entfernt ist dieser Stand, der sehr leckere frische Weißwürste anbietet. Natürlich mit Brezel und in Kombination mit einem Weizenbier, anders macht das keinen Sinn. Die M. benötigt noch Gemüse und etwas Fisch, die C. möchte eigentlich nur ein bisschen herumschauen, und ich mache mich auf den Weg, mir frische Minze zu erwerben und die leckeren griechischen Pasten, die ich am Wochenende immer brauche. Milano und Köstliches Gekicher kaufe ich regelmäßig, dazu noch ein Milchfladen, und das war´s. Der Stand mit der frischen Minze ist ganz am Rande, und so passieren wir den Stand Currywurst und Champus, der mich unglaublich aufregen würde, wenn mich meine Locker- und Entspanntheit nicht über den Markt schweben ließe. Aber er ist immer voll, dieser blöde Stand und man trifft auf den Typ Mensch, den man auch bei Gosch auf Sylt vermuten würde. Und alle essen Currywurst mit Pommes, wobei die Currywurstsoße eben mit Champagner angemengt wurde. Wer will, kann natürlich auch noch ein Glas so dazu trinken. Auf der gleichen Seite, noch ein wenig weiter, ist ein ähnliches Klientel zu finden. Dort gibt es nämlich Austern mit Champus. Sechs Stück für 9,50 Euro. Da steht sie natürlich wieder, diese unangenehm joviale Truppe, die dort jeden Sonnabend zu stehen pflegt, wobei der eine Arsch tatsächlich jeden Sonnabend den gleichen Anzug trägt. Über allen baumelt der große Traum vom Haus in Kampen. Aber was soll das auch, jeder so wie es ihm gefällt, hauptsache die Sonne scheint schön. Schön ja auch, wenn man Ziele im Leben hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die M. verzehrt noch ein Butterfischbrötchen, während sie sich über einen süßen Abschluss des Markttages Gedanken macht. Wir können noch Törtchen essen.,  ja, Törtchen. Und weil die Welt so klein ist, treffen wir noch auf Yuppie R., der sichtbar genervt ist, gar nicht locker und entspannt. Der Kollwitzmarkt nervt, die ganzen bekloppten Leute hier, die vielen Touristen, die die ganze Zeit im Weg stehen und so tun, als hätten sie zum ersten mal grüne Paprika gesehen und zum Kampf gegen das Vergessen auch noch ein Foto davon schießen. Es sei völlig unglaublich, ganz schlimm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist hier so abartig unglaublich schlimm, dass der R. sich  erstmal eine Wohnung gekauft hat, 140 Quadratmeter am Kollwitzplatz. Auch der R. ist einem Verzehr von Törtchen zugeneigt und möchte eigentlich zur Pâtisserie Albrecht. Schließlich entscheiden wir uns dazu, hier auf dem Markt zu bleiben, denn zu Albrecht können wir auch noch später oder morgen, und die Törtchen von Lautz sind ebenfalls sehr gut und viel billiger. Ich bugsiere mich zur C., die in einer Fachsimpelei über Salz vertieft ist, was anscheinend wirklich ein Steckenpferd von ihr ist. Sie kauft ein Glas handgerührten Lemon Curd und eine Seife für Harmonie und ihr inneres Gleichgewicht. Trotz der vielen tollen weiteren Angebote lässt sie sich widerstandslos zum Törtchenstand ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles Idioten, alles Idioten, höre ich eine Stimme hinter mir und die dazugehörige Person drängelt sich durch die Massen. Er hat die Nerven verloren, denke ich und überlege, ob er mit Idioten etwa uns gemeint haben könnte. Mir wird warm und ich fange an zu schwitzen. Du bist doch wieder viel zu warm angezogen, mustert mich Yuppie R. T-Shirt, Oberhemd, V-Ausschnitt Pullover und einen Cordanzug, das darf doch echt nicht wahr sein. Und überhaupt, sag mal, hast Du eigentlich keine Sonnenbrille? Plötzlich wird es ganz still auf dem Markt. Nur: Ab jetzt: zwei Ananas zum Preis von ein..., unterbrochen von einem: Jetzt halt mal die Schnauze, ist noch kurz zu vernehmen. Dann spricht tatsächlich niemand mehr, einige schütteln ihre Köpfe. Mir wird immer wärmer, regelrecht heiß und alle starren mich an. Du hast gegen die Regeln verstoßen Junge. Du hast weniger Zeit im Bad verbracht als auf dem Markt, du trägst keine Sonnenbrille, du hast kein Kind, du schwitzt. Dazu bist du auch kein Tourist mehr und hättest es besser wissen müssen, sagt Humphrey Bogart locker am Törtchenstand gelehnt. Schau Dich an, was ist nur aus dir geworden. Ich kann dir nicht mehr helfen, sagt Bogart und zündet sich stilsicher eine  Zigarette an. Entmannt ihn, schreit eine kleine dicke Frau mit roten kurzen Haaren aus der ersten Reihe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaffee!, vernehme ich es leise an meinem Ohr, und spüre ein Klopfen an meiner Schulter. Die Rollläden sind aufgezogen, und die Sonne scheint mir ins Gesicht. Komm, steh auf und bring mir Kaffee und dann gehen wir auf den Markt, ja, schau, wie schön das Wetter ist, flüstert meine ständige Begleiterin. Ohne Sonnenbrille, gehe ich hier nirgends mehr hin, soviel ist mal sicher!&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>Bunbury</dc:creator>
    
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  <item rdf:about="http://bunbury.twoday.net/stories/1868193/">
    <title>Mahlzeit</title>
    <link>http://bunbury.twoday.net/stories/1868193/</link>
    <description>&lt;a href=&quot;http://static.twoday.net/Bunbury/images/Wurst.jpg&quot;&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;74&quot; alt=&quot;Wurst&quot; width=&quot;100&quot; onclick=&quot;javascript:openPopup(&apos;http://static.twoday.net/Bunbury/images/Wurst.jpg&apos;,1205,887);return false;&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Bunbury/images/Wurst_small.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;</description>
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  <item rdf:about="http://bunbury.twoday.net/stories/1826933/">
    <title>Irreführung der Behörden (Schleichwerbung inklusive)</title>
    <link>http://bunbury.twoday.net/stories/1826933/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Du kannst Dir jetzt endlich so einen Computer kaufen, die haben jetzt nämlich auch Intel-Chips und laufen sogar ganz unproblematisch mit Windows, sagte ich zu meinem Vater vor einem sehr schönen Computergeschäft in Hannover. Aber warum soll ich jetzt für einen solchen Rechner doppelt soviel zahlen, wenn der doch ohnehin nur mit Windows läuft, entgegnete mein Vater. Na, Du musst ja nicht mit Windows arbeiten, sondern Du kannst alternativ das andere System nutzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ich möchte gar kein anderes System, mein Vater zeigte sich einfach uneinsichtig. Er sieht aber vom Design klasse aus und Du kannst ihn später besser verkaufen. Für alte Computer werden bei Ebay immer noch ordentliche Preise gezahlt. - Ich kaufe mit doch keinen Computer, um ihn wieder zu verkaufen. Und nur für das Design eines Computers mehr Geld zu bezahlen. Du wirst wie Deine Mutter, die bestellt unsere Klobürsten neuerdings bei Manufaktum, entgegnete mein Vater daraufhin kopfschüttelnd. Das muss der Altersstarrsinn sein, Du musst doch einsehen, dass diese Computer einfach besser sind, versuchte ich das Gespräch wieder in Richtung der wesentlichen Punkte zu bugsieren, als sich zwei Politessen gemächlich dem 10 Meter entfernt von uns stehenden Auto meines Vaters näherten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Vater zog seinen Autoschlüssel und sagte: Pass mal auf, und ich passte auf: Als die Politessen das Auto erreichten, lies mein Vater per Knopfdruck den Kofferraum aufschnellen und tatsächlich wurde die Politessen aus ihrem gemächlichen Trott geweckt. Beide schauten zunächst in den Innenraum des Wagens, der sich aus ihrer Sichtweise überraschend als leer erwies. Leer? Sie schauten weiter, die Rückbank und noch mal vorne, vielleicht ein kleines Kind? Nein. Lieber noch mal in den Kofferraum schauen. Aber nein, tatsächlich nichts. Wie ist das möglich? Die Politessen drehten sich im Kreis und fahndeten in der Umgebung nach einer Lösung. Leider konnten wir nicht verstehen, was die beiden beratschlagten. - Abschleppen lassen oder einfach den Kofferraum schließen? Sie standen am Auto und taten eigentlich nichts, zumindest bewegten sich ihre Lippen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Vater ging schließlich zum Ort des Unbegreiflichen und schloss den Kofferraum. Er sagte nichts, die Politessen erst recht nicht und schauten sogar ein wenig verbissen, wenn nicht wütend. Mein Vater grinste, als sich die eine nun des ordnungsgemäßen Parktickets vergewisserte. Wenn Blicke mit gusseisernen Pfannen auf Köpfe schlagen könnten, hätte mein Vater ein schwerwiegendes Problem gehabt. Da standen sie nun, die Parteien und starrten sich an. Clint Eastwood stellte sich Calamity Jane und ihrer noch viel gefährlicheren, aber bisher unbekannten Schwester. Schließlich lösten sich die Politessen und widmeten sich wieder ihrer Aufgabe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Klügere gibt nach was? - Wenn der Klügere immer nachgibt, dann sind die Dummen an der Macht, sagte mein Vater. Aber das kannte ich schon, das sagt er dann nämlich immer. Und so fuhren wir los, der untergehenden Sonne entgegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wieder war ein glorreicher Tag vergangen. Festgehalten für die Mit- und Nachwelt, hier in diesem Blog. Für nette Menschen und dumme Schweine, Freund wie Feind.&lt;/p&gt;</description>
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    <title>Bikinifigur? - Keine Panik!</title>
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    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;400&quot; alt=&quot;IMAG0015&quot; width=&quot;141&quot; align=&quot;left&quot; class=&quot;left&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/Bunbury/images/IMAG0015.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;


&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Denn endlich gibt es eine Lösung und die Qualen haben vermutlich ein Ende. &quot;Ganz ohne Sport oder Diät &quot;, steht nämlich daneben auf einem kleinen Schild im Schaufenster - und dazu noch zu diesem Spottpreis. Für zwölf Euro eine Bikinifigur, da könnten die doch ganz leicht mehr rausschlagen. Ein wirklich großzügiges und faires Angebot, aber bestimmt nicht ganz uneigennützig. Wahrscheinlich hat der Inhaber die Gründe für diesen wahnsinnig günstigen Preis in seinem letzten Urlaub vor Augen gehabt. Wie auch immer: Es ist einfach wunderbar und absolut erschwinglich und bedarf  keiner Privatversicherung, eines Jobs oder reichen Freundes, um dem großen Traum vom Glück näher zu kommen. Drei Whopper-Menus sind, glaube ich jedenfalls, teurer als eine Bikinifigur, wer hätte das jemals für möglich gehalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liebe Leserinnen, bitte bleiben Sie insofern locker und entspannt. Bitte reagieren Sie in diesem Jahr einmal nicht gereizt gegenüber ihrem Freund, wenn Sie sich mit dem Bikini 2006 befassen. Von vielen meiner Leserinnen weiß ich, dass sie diesen Schritt absolut nicht nötig haben, aber wenn Sie dadurch Frieden finden, dann begeben Sie sich einfach unverzüglich in die Pranzlauer Allee und nutzten Sie dieses sagenhafte Angebot. Oder schicken zunächst einmal eine Ihrer wirklich guten Freundinnen dorthin, um der Sache auf den &lt;strike&gt;Leim&lt;/strike&gt; Grund zu gehen und schauen, was mit ihr passiert. Bei zwölf Euro ist ein wenig gesunde Skepsis sicherlich angebracht, auf der anderen Seite sind zwölf Euro einen Versuch wert. Aber genau das könnte sich der Inhaber natürlich auch gedacht haben. Vielleicht könnten Sie mir auch ein Vorher - Nachher Bild schicken oder zumindest einen Erfahrungsbericht? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens ist das auch ein kleiner Hinweis an die männliche Leserschaft: Ruhe und Frieden für zwölf Euro und bald ist Ostern. Wenn sich ihre Freundin  zu Weihnachten über Antifaltencreme freut, dann wäre hier ein nettes Geschenk. Wenn Sie hinsichtlich der Reaktion zweifeln, dann sollten Sie besser davon Abstand nehmen. Na, Sie werden schon wissen, was Sie tun.&lt;/p&gt;</description>
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    <dc:date>2006-04-09T19:04:05Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://bunbury.twoday.net/stories/1742719/">
    <title>Back on the streets</title>
    <link>http://bunbury.twoday.net/stories/1742719/</link>
    <description>&lt;p align=&quot;justify&quot;&gt;Alle sind sie wieder da, auferstanden schon am Vormittag, um ein paar von den ersten, längst überfällig gewordenen Sonnenstrahlen einzufangen. Denn endlich scheint sie wieder, die Sonne und es lässt sich tatsächlich aushalten, hier, vor den Cafés rund um den Helmholtzplatz. Die bisher vorherrschende Tristesse einsamer Bürgersteige wird verdrängt durch die vielen frisch aufgestellten Tische, die natürlich umrahmt sind vom sonnenbebrillten Berlin-Style-Volk. Sonne für die Seele. Der graue Schleier der letzten Wochen, der sich wie von Geisterhand verzieht und den Weg freigibt für einen lachenden Blick. Fast heimtückisch tauchte es auf, als ob ein saunierter Körper ohne Vorwarnung in Eiswasser gestoßen wird, dieses lang vermisste Glückshormone freisetzende Gefühl, dass einfach alles perfekt erscheinen lässt. Aber jetzt ist es endlich da, und jeder hier weiß, dass ab jetzt wieder alles gut ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sonne genießen, Augen schließen und den Kopf zurücklehnen. Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee. Die Entspannung verbreitet sich im ganzen Körper und vertreibt wirklich noch den letzten Rest des winterlichen Trübsals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Plötzlich lässt mich ein allseitiges Raunen und Wispern innerlich hochfahren. Die Sonne blendet zwar, doch versucht mein Blick ganz automatisch einen kleinen schwarzen Schatten zu erkennen, der sich langsam auf uns zu bewegt. Und nicht nur mein Blick haftet an jenem Punkt. &lt;br /&gt;
Der Ernst des Lebens, ist er es, der sich hier nähert? Vorsicht, Freundchen, wir lassen uns hier nicht vertreiben. Nicht heute und schon gar nicht jetzt, wir sind gerade selbst erst angekommen in der schöneren Hälfte des Jahres. Verschwinde, so lange Du noch kannst. Wir sind deutlich in der Überzahl, wir sind uns einig und halten zusammen und wir sind gewaltbereit. Hörst Du?&lt;br /&gt;
Was machst Du überhaupt hier, hier in Berlin? Wir haben Dich nicht gerufen. In dieser Stadt ist kein Platz für Dich, Du hast hier keine Freunde. Du bist hier in der Hauptstadt. Geh zurück dahin, wo du hergekommen bist. Schieß in den Wind und geh´ wieder nach Bayern oder nach Hamburg, halte deine Schäfchen bei Laune. Hier ist kein Geberland, Du Narr. Die dort müssen fit sein, wir brauchen deren Geld hier, zackig, ein paar Spinner wollen ein Schloss bauen und bald ist WM, die Baustellen wollen noch verschwinden. Irgendwer muss die Zeche doch bezahlen, und wir werden das nicht sein. Wir sind zu schlau zu stark und zu mächtig für Dich Ernst des Lebens, hau ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hi, ist hier noch frei, fragte der Schatten schließlich und machte es sich nach meinem Nicken bequem. Legte seine Zigaretten auf den Tisch, holte sein iBook aus der Tasche und fing an zu tippen. Dein Laptop ist schon klasse, der ist mit Tastaturbeleuchtung, ne. Aber der war mir als DJ irgendwie zu groß., sagte der doch tatsächlich zu mir und fuhr unaufhaltsam fort: Das iBook ist optimal und das 12´er Powerbook fand ich im Verhältnis zum 12´er iBook zu teuer. Jetzt überlege ich mir aber das neue MacBook Pro zu kaufen, was hältst Du davon? &lt;br /&gt;
Nein, er war ganz offensichtlich nicht der Ernst des Lebens. Und ich liebe diese Stadt, ich liebe &lt;a href=&quot;http://bunbury.twoday.net/stories/1438518/&quot;&gt;Berlin&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</description>
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